Geplante Werkschließung bei Continental in Aachen

Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Bei der heutigen Betriebsversammlung hat die Belegschaft deutlich gezeigt, dass sie mit den Sparplänen des Konzerns nicht einverstanden ist. Gewerkschaft, Betriebsrat und Belegschaft sind bereit für den Erhalt der Arbeitsplätze zu kämpfen und erhalten dafür auch Unterstützung aus der Politik.

Oberbürgermeister Marcel Philipp machte deutlich, dass Continental ein wichtiger Teil der Stadt Aachen ist. Der Erhalt der Arbeitsplätze müsse Priorität haben. Der scheidende OB betonte, dass dies eine Aufgabe sei, die unabhängig davon wer in der Stadt regiert, angegangen werden muss.

Arbeitsminister Karl-Josef Laumann betonte, dass eine derart überstürzte Entscheidung zu Lasten der Arbeitnehmer*innen in Nordrhein-Westfalen unüblich ist und auch bleiben sollte. Nordrhein-Westfalen sei ein Industrieland und müsse auch eins bleiben.

Für den geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE war Francesco Grioli vor Ort, der gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat bei Conti ist. Die Entscheidung des Konzerns sei nicht akzeptabel und in keinster Weise nachvollziehbar. Auch er betonte wie seine Vorredner, dass das Werk stets profitabel war und eine Schließung nicht durch Corona zu erklären sei.

Udo Bohnhoff und Bruno Hickert, beide Betriebsräte bei Continental in Aachen war anzumerken, wie betroffen sie vom Verhalten des Konzern sind, der sonst mit Werten wie Vertrauen und Verbundenheit wirbt. Beide riefen die Belegschaft auf die verbliebenen zwei Wochen, bis zur finalen Entscheidung des Aufsichtsrats, zu nutzen. Das übergeordnete Ziel dürften nicht mehr die Stückzahlen, sondern der Kampf um die Arbeitsplätze sein.

Schließlich machte Manfred Maresch, Bezirksleiter der IG BCE in Alsdord deutlich, wie die Entscheidung alle überrascht habe und die Betroffenen von heute auf morgen in echte Existenzängste versetzt. Die kalte Hand des Kapitalismus schlage hier zu. Es geht nicht länger um Menschen und ihre Existenzen sondern nur noch um Macht, Geld und Profit.

Die Arbeitgeberseite war indes nicht auf der Veranstaltung vertreten. In den kommenden Wochen wird es um die Zukunft des Werks gehen. Neben den Vertreter*innen aus der Politik waren schon heute Kolleg*innen aus anderen Betrieben dabei, um ihre Solidarität zu zeigen. Wir hoffen, dass diese Welle der Solidarität weiter überschwappt und wir gemeinsam um den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen können.

Analog zum Bergbau gilt auch bei Conti: "Niemand soll ins Bergfreie fallen!"

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