Continental in Aachen

Wir brauchen eine Reform der Unternehmensmitbestimmung

Die Würfel sind gefallen. Die Kapitalseite im Aufsichtsrat der Continental AG hat gegen den Widerstand der Arbeitnehmerbank die vom Vorstand beschlossene Schließung des Conti Reifenwerkes in Aachen bestätigt. Bis zum 31. Dezember 2021 soll das Werk geschlossen werden, aus Rothe Erde wird verbrannte Erde.

Direkt betroffen sind 1.800 Kolleginnen und Kollegen und ihre Familien, darüber hinaus unzählige Arbeitsplätze bei Zulieferern, Werksvertragsnehmern und in der Arbeitnehmerüberlassung.

Was jetzt folgt ist die quälende Zeit des Wartens. Der Betriebsrat wird mit der Geschäftsleitung über Interessensausgleich und Sozialplan verhandeln – in dieser Zeit wird wenig über den Fortschritt zu berichten sein.

Bis zum 31. Dezember diesen Jahres wird es definitiv keine betriebsbedingten Kündigungen an der Philipsstr. geben. Bis dahin wirkt der Standortsicherungsvertrag, für den die Beschäftigten seit 15 Jahren Woche für Woche 2,5 Stunden unentgeltlich arbeiten und gearbeitet haben.

Informationen zum weiteren Verlauf erhalten Beschäftigte in erster Linie beim Betriebsrat und den IG BCE-Vertrauensleuten am Standort. Sollte im Einzelfall weitergehender Beratungsbedarf bestehen stellen die Kollegen den Kontakt zum gewerkschaftlichen Rechtsschutz her.

Für die kommende Woche werden Betriebsrat, IG BCE und die vom Betriebsrat beauftragte Rechtsanwaltskanzlei gemeinsam einen Informationsflyer zusammenstellen, der alle aktuell wichtigen Informationen enthält.

Die IG BCE hat inzwischen die unbefriedigende Situation bei Conti in Aachen zum Anlass genommen, auf eine Gesetzesänderung im Bereich der Mitbestimmung zu drängen. Weitere Informationen dazu gibt es hier:

https://igbce.de/igbce/conti-kahlschlag-172664

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