Ortsgruppenarbeit in der Pandemie

»WIR KRIEGEN DAS WIEDER AUF DIE REIHE«

Durch die Corona-Krise ist nichts mehr wie es war. Das betrifft Beschäftigte, Familien, Unternehmen —und eben auch die IG BCE vor Ort. Wie gehen die Ortsgruppen mit der Situation um? Was bedeutet das für die Organisation der IG BCE und für ihre Mitglieder und Ehrenamtlichen? Was geschieht in den Kreisen, Städten und Gemeinden?

Willi Klaßen

Foto von Willi Klaßen

Reinhard Lehniger, Vorsitzender der Ortsgruppe Göppingen-Eislingen (Bezirk Ulm), musste die Mitgliederversammlung und Ortsqruppenwahl absagen. Auch der für Juli geplante Ausflug steht auf der Kippe. »Wir müssen uns sehr umsortieren«, erklärt er. Die regelmäßigen Vorstandstreffen finden inzwischen per E-Mail statt. Die Erreichbarkeit der restlichen 750 Ortsgruppenmitglieder gestaltet sich schwieriger, da nicht alle eine E-Mail-Adresse angegeben haben. Vor Ort ist die Situation überschaubar, doch es sei spürbar, dass die Leute beunruhigt seien. Die Behörden leisten im Landkreis sehr gute Arbeit, um die Krise zu bewältigen. Viele Vereine bieten bereits Hilfen wie das Einkaufengehen für ältere Menschen an, auch die Ortsgruppe überlege, zu helfen: »Möglich wäre vielleicht das Beratungen und Hilfen für Kollegen per E-Mail beziehungsweise Homepage zu organisieren«, meint Lehniger.

In Berlin sieht das ähnlich aus. Die Ortsgruppe Steglitz-Zehlendorf muss ebenfalls alles neu organisieren und trägt dabei auch Verantwortung, erklärt der Vorsitzende Joachim Eisholz: »Wir versuchen, es für alle verträglich zu machen, zum Beispiel für Caterer und andere, mit denen wir zu tun haben.« Vieles läuft jetzt über das Telefon oder per E-Mail, auch in der Arbeitsgemeinschaft Berliner Ortsgruppen. Die Zusammenarbeit funktioniert
dennoch recht qut, denn: »Wir kennen uns alle schon lange«, sagt Eisholz. Vor Ort gab es bereits zuvor viel nachbarschaftliche Organisation und Hilfe, die auch in der aktuellen Situation genutzt wird. Auch ein Teil der Ortsgruppe macht regulär bei der Nachbarschaftshilfe mit, der andere Teil hilft über kirchliche Strukturen.


Auch im schon länger stark betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen hat die IG-BCE-Ortsgruppe Vorkehrungen treffen müssen, um mit der Krise umzugehen. Auch hier findet inzwischen alles nur noch über E-Mail und Telefon statt. Der Vorsitzende Willi Klaßen meint: »Es ist eine schwierige Situation.« Doch die Verwaltung in Heinsberg leiste sehr gute Arbeit und tue ihr Bestes. Auch die Nachbarschaftshilfe funktioniere sehr gut. So stellten beispielsweise Firmen Lieferwagen für Einkaufsfahrten zur Verfügung. Klaßen ist bei all den sich überschlagenden Ereignissen aber auch der Meinung, dass in den Medien stellenweise übertrieben werde. Zwar sei es schlimm, aber bei Weitem nicht hoffnungslos. Letztlich komme es auf das Handeln jedes Einzelnen an: »Die Leute müssen einfach zu Hause bleiben«, erklärt er. Klaßen bleibt trotz allem optimistisch: »Wir sind uns ganz sicher, dass wir das wieder auf die Reihe kriegen«, meint der Ortsgruppenvorsitzende zuversichtlich. Das scheint man im Kreis Heinsberg ähnlich zu sehen. In den sozialen Medien macht der Hashtag #hsbestrong die Runde, der sich auf das Kfz-Kennzeichen »HS« des Kreis Heinsberq bezieht und den Kreis dazu aufruft, stark zu sein.

Quelle: Kompakt April 2020, Rebecca Hummler

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