Bezirk Alsdorf

Mahnwachen der IG BCE Alsdorf und der Vertrauenskörper im Rheinischen Revier waren ein großer Erfolg

Viele Gespräche mit den beteiligten des Klimacamps, das bis zum 29.08.2017 im rheinischen Revier stattfand, haben zu mehr gewaltfreit geführt. Schon im Vorfeld des Klimacamps wurde viel über die Proteste berichtet. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Proteste rund um das Thema „Braunkohleverstromung“ nicht immer friedlich abliefen.

IG BCE Alsdorf

Schnauze Voll 2.0 Michael Vassiliadis (3. v. r)
02.08.2017
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Dank der Einfriedung des Tagebau Garzweiler, einem starke Polizeiaufgebot und dem Gewaltverzichtsbekenntnis der Klimacamp-Teilnehmern blieben die Protestaktionen der Braunkohlegegner weitgehend gewaltfrei. Dennoch wurden mehrere hundert Personen in Gewahrsam genommen.

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie, fand klare Worte zur Energiewende und zur Energiepolitik.

Er warnte vor einem Brachialausstieg aus einer weiteren Schlüsseltechnologie. Wenn nach dem Atomausstieg nun auch entgegen den Absprachen das schnelle Ende aus der Braunkohle diskutiert würde, dann bedeute dies das Ende des Industriestandortes Deutschland, das Ende der Exportrekorde.

Es geht nicht allein um die Frage: Klimaschutz ja oder nein, sondern darum, der Welt zu zeigen, wie eine Energiewende erfolgreich vollendet werden kann.

Deutschland könne für andere Industriestaaten in dieser Hinsicht Vorbild werden. „Aber das wird nicht gehen, wenn wir uns ohne Not von einer weiteren Schlüsseltechnologie verabschieden und die Wirtschaft zusammenbricht,“ so Michael Vassiliadis.

Auch eine Delegation aus dem IGBCE-Bezirks Cottbus, waren zur Mahnwache gefahren, fast 700 Kilometer. Sie berichteten von den „Ende Gelände“-Protesten vergangenes Jahr in der Lausitz, als 4000 Umweltaktivisten nicht nur in einen Tagebau, sondern sogar ins Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ eingedrungen waren.

„Dass im Rheinischen Revier und vergangenes Jahr in der Lausitz die brutale Gewalt der Aktivisten kaum juristische Konsequenzen hatte“, rief Vassiliadis ins Mikrofon, „das untergräbt das Vertrauen in den Rechtsstaat, besonders das der Bergleute.“

Die knapp 500 Menschen die bei der Kundgebung an der Mahnwache standen, applaudierten langanhaltend.

Die ständigen Diskussionen über die Braunkohle und damit über ihre Arbeitsplätze strapazieren besonders die Nerven der Bergleute. Vassiliadis erinnerte daran, dass die Energiekonzerne, die in Deutschland noch Bergbau betreiben, schmerzhafte Zugeständnisse an die Bundesregierung hätten machen müssen, dass bis 2030 etwa 40 Prozent CO2-Emissionen einzusparen seien.

Am Morgen gab es noch einen Motorradcorso quer durchs Revier. Über 100 Teinnehmer machten sich vom Bedburg auf zur Wahnwache. Dazu gibt es ein kleines Video und einige Fotos.

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