• 08.11.2018
  • Medieninformation XXII/37
Neudefinition von Strukturpolitik nötig

Standortkonferenz Rheinisches Revier diskutiert Entwicklungschancen für die Region

Die IG BCE setzt sich angesichts eines möglichen Auslaufens der Braunkohleverstromung mit den Folgen für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen auseinander. Die Gewerkschaft fordert eine Strukturpolitik, welche die industrielle Zukunft der Metropolregion Rheinland sichert. „Die Braunkohleverstromung steht für 2 Milliarden Euro Wertschöpfung im Rheinischen Revier. Sie ohne neue industrielle Investitionen und Innovationen auslaufen zu lassen, wäre ein Programm zur Deindustrialisierung der Region. Wir brauchen eine moderne, proaktive Strukturpolitik, um gute Industriearbeit im Rheinischen Revier langfristig zu sichern“, sagte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE und Vorsitzender der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE, zu Beginn der Standortkonferenz Rheinisches Revier in Inden-Altdorf.

Markus J. Feger

Standortkonferenz Rheinisches Revier in Inden-Altdorf Michael Vassiliadis, IG-BCE-Vorsitzender auf der Standortkonferenz Rheinisches Revier.
08.11.2018

Die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE lädt zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen zu einer Standortkonferenz ein, um über das Thema Strukturwandel und die Arbeit der Kommission „Strukturwandel, Wachstum und Beschäftigung“ zu diskutieren. Das Motto der Veranstaltungen: Nur Strukturpolitik reicht nicht!

Ziel der Veranstaltung ist es, die notwendigen politischen Initiativen und Rahmenbedingungen für ein zukunftsfestes, industriell geprägtes Rheinisches Revier aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rahmenbedingungen es braucht, damit industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung erhalten bleibt beziehungsweise neu entstehen kann. Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft präsentierten den Teilnehmern ihre Sicht auf die Herausforderungen und Vorschläge für die Region.

Politik und Investoren zeichnen Lösungsansätze

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Gastredner bei der Veranstaltung, sieht im Strukturwandel auch große Herausforderungen für die Politik. „Das Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Revier enthält viele ebenso mutige wie machbare Ansätze zur Weiterentwicklung der Industrieregion. Aber ich sage auch: Diese neue Perspektive braucht Zeit und Geld sowie beste Rahmenbedingungen für eine schnelle Umsetzung des Neuen. Deshalb bauen wir darauf, dass die Strukturwandelkommission kluge Entscheidungen trifft, um den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung tatkräftig zu unterstützen. Denn das Rheinische Revier mit seinen innovativen Unternehmen und seiner ausgezeichneten Hochschul- und Forschungslandschaft bietet vielversprechende Chancen für die Menschen.“  

Prof. Michael Gramm, Leiter des Büros Regionale Strukturentwicklung in Jülich, betonte in der Diskussionsrunde: „Das Rheinische Revier steht bereit, die Herausforderungen des Strukturwandels nicht nur anzunehmen, sondern sich kraftvoll und zuversichtlich einem Strukturwandel entgegenzustemmen. Neue zukunftsfeste Arbeitsplätze entlang innovativer Wertschöpfungsketten, aber eben auch bestandssichernde Maßnahmen zum Erhalt der industriellen Grundstrukturen mit ihrer starken Abhängigkeit von sicherer und bezahlbarer Energieversorgung werden die künftigen Handlungskonzepte und Umsetzungsmaßnahmen wesentlich bestimmen. Denn es geht letztlich um die Menschen im Revier und die Qualität ihrer Lebens- sowie Arbeitsverhältnisse.“
Dialog vor Ort entscheidend

„Für uns ist der Dialog vor Ort entscheidend. Vor sechs Wochen waren wir im Lausitzer Revier. Heute sind wir im Rheinischen Revier. Bei einem möglichen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung reichen die bestehenden strukturpolitischen Instrumentarien und etwaige Einmalhilfen nicht aus. Sie sichern nicht die Stromversorgung für die energieintensive Industrie und sie schaffen keine neuen industriellen Arbeitsplätze. Hier setzen wir an und suchen nach Lösungen“, sagte Dr. Kajsa Borgnäs, Geschäftsführerin der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE.

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